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Eiskunstlauf: Kanadier und Russen teilen die Goldmedaillen bei Skate Canada unter sich auf
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31.10.2011

Eiskunstlauf: Kanadier und Russen teilen die Goldmedaillen bei Skate Canada unter sich auf

Autor: Heike Oberfeuchtner (H.O.)
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Mississauga, 30.10.2011 – An diesem Wochenende fand in Mississauga, einer der größten Städte Kanadas, der zweite ISU-Grand Prix Wettbewerb im Eiskunstlaufen statt. Zwei Goldmedaillen reklamierten die Gastgeber für sich – durch Patrick Chan bei den Männern und Tessa Virtue/Scott Moir im Eistanzen. Die anderen Siege gingen an Läufer aus Russland, nämlich an Tatiana Volosozhar/Maxim Trankov im Paarlauf und an die Newcomerin Elizaveta Tuktamisheva bei den Damen. Der deutschen Meisterin Sarah Hecken, einzige Starterin einer deutschsprachigen Nation, gelang mit Platz acht ein ordentliches Resultat.

14-jährige Russin holt Gold bei Grand Prix-Debüt
Nur eine Woche nach dem ersten Grand Prix-Event in Ontario, California nahm die sechsteilige ISU-Serie auf dem nordamerikanischen Kontinent ihre Fortsetzung – und zwar ebenfalls in Ontario. Diesmal handelte es sich allerdings um die gleichnamige kanadische Provinz. Am ersten Tag von Skate Canada wurden sämtliche Kurzprogramme, einschließlich des Kurztanzes, durchgeführt; am Samstag dann begannen die Medaillenentscheidungen mit der Kür der Damen. Dabei konnte man gleich die Geburt eines neuen Eiskunstlaufstars miterleben in Person von Vize-Juniorenweltmeisterin Elizaveta Tuktamisheva. Die 14-Jährige, die als Wunderkind und größte russische Hoffnung seit den Zeiten von Butyrskaja und Sluzkaja gilt, zeigte ein überragendes Kurzprogramm und eine blitzsaubere Kür. Ihr Latin-Medley erhielt zwar aufgrund der geringeren Programmkomponenten eine insgesamt niedrigere Wertung als Akiko Suzukis adrette Interpretation der „Fledermaus“, aber die Japanerin konnte ihren Rückstand aus dem ersten Wettkampfteil nicht mehr aufholen und musste sich mit Silber zufriedengeben. Die US-Amerikanerin Ashley Wagner, nach dem Kurzprogramm auf Rang zwei gelegen, fiel trotz ihrer sportlich anspruchsvollen Performance zu Filmmusik aus „Black Swan“ noch auf drei zurück. Ihre Landsfrau Rachel Flatt verabschiedete sich mit einer grottenschlechten Kür nicht nur aus den Medaillenrängen, sondern stürzte auf den letzten Platz ab. Die deutsche Meisterin Sarah Hecken hingegen konnte sich im zweiten Wettkampfteil auf Platz 8 (von 10) verbessern.

-> Zum Resultat Kurzprogramm Damen
-> Zum Resultat Kür und Endstand Damen

Kampfansage von Volosozhar/Trankov
Es ging weiter mit der Entscheidung im Paarlauf, wo sich ebenfalls Russland hervortun konnte. Das neue Top-Paar Tatiana Volosozhar und Maxim Trankov, kürzlich auch bei der Oberstdorfer Nebelhorn Trophy erfolgreich, leistet sich bei der engagierten Kür – ebenfalls zum „Black Swan“-Soundtrack – zwar zwei größere Patzer, der riesige Vorsprung aus dem Kurzprogramm ließ aber keine Zweifel über die Sieger des Wettbewerbs aufkommen. In jedem Fall machten die 25-jährige gebürtige Ukrainerin und ihr 28-jähriger Partner eine deutliche Kampfansage an die Weltmeister Aliona Savchenko und Robin Szolkowy, die Skate America gewonnen hatten, aber in Kanada nicht am Start standen. Um die Plätze hinter den Russen stritten sich die Lokalmatadoren Meagan Duhamel und Eric Radford sowie die chinesischen Meister Wenjing Sui und Cong Han. Dabei hatten Letztere im Kurzprogramm nur Rang vier belegt, sie arbeiteten sich mit ihrem sehr authentisch vorgetragenen Flamenco aber bis auf den Silber-Rang nach vorne. Die Kanadier, die für ihre Kür nicht die klassische Schiene, sondern die Instrumental-Version eines Coldplay-Songs gewählt hatten, fielen von zwei auf drei zurück. Die japanischen Meister Narumi Takahashi und Mervin Tran lagen zwar nach dem Kurzprogramm auf Bronze-Kurs, gingen dann aber leer aus, ebenso wie die Titelverteidiger Lubov Iliushechkina und Nodari Maisuradze aus Russland, die sich diesmal mit Platz fünf begnügen mussten.

-> Zum Resultat Kurzprogramm Paare
-> Zum Resultat Kür und Endstand Paare

Patrick Chan verteidigt Titel vor heimischem Publikum
Bei den Männern lag nach dem Kurzprogramm Javier Fernandez in Führung, die er trotz zweier vierfacher Sprünge in seiner fehlerbehafteten Giuseppe Verdi-Kür allerdings nicht behaupten konnte. Der amtierende Weltmeister und vielfache kanadische Meister Patrick Chan zeigte nach einem arg durchwachsenen ersten Wettkampfteil eine wundervolle Performance zum Dauerbrenner „Concierto de Aranjuez“ und wiederholte somit seinen Heimerfolg vom letzten Jahr. Gleichwohl dürfte Fernandez, 20 Jahre alt und aus dem Eiskunstlauf-Entwicklungsland Spanien stammend, sich nun endgültig Respekt auf allerhöchster Ebene verschafft haben. Die Bronzemedaille ging an den ehemaligen Weltmeister Daisuke Takahashi aus Japan, der nach dem Kurzprogramm auf zwei lag, dessen Kür zu „Blues for Klook“ dann aber einige Patzer aufwies.

-> Zum Resultat Kurzprogramm Herren
-> Zum Resultat Kür und Endstand Herren

Virtue/Moir lassen Konkurrenten chancenlos
Am heutigen Sonntag stand nur noch die Entscheidung im Eistanzen aus. Schon nach dem Kurztanz lagen die kanadischen Meister, Vizeweltmeister und Olympiasieger Tessa Virtue und Scott Moir klar in Führung – vor ihren Landsleuten Kaitlyn Weaver und Andrew Poje sowie den Italienern Anna Cappellini und Luca Lanotte. An dieser Reihenfolge sollte sich in der Kür nichts mehr ändern – ungeachtet der Tatsache, dass Cappellini/Lanotte mit ihrer Darbietung zu Filmmusik aus „La Strada“ höhere Wertungen erhielten als Weaver/Poje für ihre Interpretation eines französischen Chansons. Mit der Goldmedaille hatte freilich keines der beiden Paare zu tun. Virtue/Moir zeigten eine Fred Astaire-Adaption, die an mondäner Eleganz kaum zu übertreffen war, und trugen mit 23 Punkten Vorsprung den Sieg davon. Sie stehen also ihren Dauerkonkurrenten, den amtierenden Weltmeistern Meryl Davis/Charlie White, welche letzte Woche bei Skate America einen strahlenden Heimsieg feierten, in nichts nach.

-> Zum Resultat Kurztanz Eistanz
-> Zum Resultat Kür und Endstand Eistanz

Der dritte Grand Prix-Wettbewerb findet am kommenden Wochenende (4.-6. November) in China statt. Austragungsort des Cup of China ist diesmal nicht die Hauptstadt Peking, sondern Shanghai.


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