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Interview mit Simon Stickl: "Der Fight Mann gegen Mann ist mega spannend!"
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02.10.2010

Interview mit Simon Stickl: "Der Fight Mann gegen Mann ist mega spannend!"

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Autor: Patrick Chojnowski


Simon Stickl ist der derzeit beste Deutsche in der neuen olympischen Sportart, dem Ski Cross. Eine Olympiamedaille blieb ihm zwar noch verwehrt, aber in St. Johann gewann der ehemalige Alpine in der vergangenen Saison bereits seinen ersten Weltcup. Über diesen historischen Tag und den nächste Saison stattfindenden Weltcup im deutschen Grasgehren spricht Simon Stickl im Interview mit LiVE-Wintersport ebenso wie über die aktuelle Relevanz seiner Sportart.

Sie waren letzte Saison Neunter der Weltcup-Gesamtwertung im Skicross und feierten ihren ersten Weltcupsieg in St. Johann. Bei Olympia wurde es nur der 19. Platz, obwohl Ihnen im Vorfeld deutlich mehr zugetraut worden war. Wie resümieren Sie die vergangene Saison 2009/2010?

Bis auf Olympia kann ich wirklich zufrieden sein mit der Saison, im Vorfeld hat keiner damit gerechnet dass ich am Ende unter den Top 10 stehe! Olympia war Pech, aber dass dir ein Konkurrent auf die Ski steigt, kann im Ski Cross immer passieren. Genau so etwas macht unsere Sportart so spannend. Nur blöd, dass es da mich erwischt hat!

Der 05.01.2010 war ein Tag, an dem alles zusammenpasste und an dem Sie - wie bereits erwähnt - Ihr erstes Rennen auf Weltcupebene für sich entschieden. Welche Erinnerungen haben Sie an Ihr mit Abstand bestes Ergebnis? Das nächstbeste Resultat ist schließlich ein zehnter Rang.

Für mich war das irgendwie alles wie in einem Film. Das Schönste war die Siegerehrung, wo ich da ganz oben stand und neben mir Daron Rahlves. Die Familie und viele Freunde waren da. Es war einfach nur ein geiler Tag. (lächelt)

Mathias Wölfl, Beni Hofer, Casey Puckett, Daron Rahlves oder auch der neulich zurückgetretene Audun Groenvold. Das sind alles Namen, die einmal bei den Alpinen vertreten waren. Auch Sie waren zu Beginn Ihrer Karriere ein alpiner Skirennläufer. Wie kam es zum Wechsel in den Skicrossbereich?

Ich habe mir 2004 mein Schienbein gebrochen, hatte damit lange Probleme und habe mich dann dafür entschieden etwas Neues zu suchen, das war zum Glück Ski Cross.

Viele der bereits genannten Namen hatten Ihre Wurzeln in der Abfahrt. Auf welche Disziplin muss man spezialisiert gewesen sein, um am ehesten zum Ski Cross wechseln zu können? Welche Disziplinen fuhren Sie bei den Alpinen?


Am besten ist es glaube ich, wenn man Super-G- und Riesenslalomfahrer war, dann hat man die beste Grundvoraussetzung, um im Ski Cross evtl. erfolgreich zu werden.

Durch das Auftreten der gesamten Skicross-Mannschaft Deutschland in der letzten Saison mit einigen guten Platzierungen und Ihrem Weltcupsieg hat man gemerkt, dass das Interesse größer geworden ist. Auch die Aufnahme in das Olympiaprogramm hat der Sportart einen Auftrieb verschafft. Welche Chancen sehen Sie für den Skicross noch größere Aufmerksamkeit zu erlangen?

Ich persönlich sehe die Chancen sehr gut, da wenn man ehrlich ist, ist das genau das was die Leute sehen wollen. Die Sportart ist sehr einfach zu kapieren, live und im Fernsehen, sie ist spektakulär und der Fight Mann gegen Mann ist mega spannend!

Nächste Saison könnten Sie das erste Mal an einem Ski-Cross-Weltcup in Deutschland teilnehmen. Genauer gesagt findet dieses Rennen in Grasgehren statt. Sie sind dort einmal einen Europacup gefahren. Welchen Eindruck hat diese Strecke auf Sie gemacht? Und welchen Stellenwert hat ein deutscher Weltcup innerhalb einer Saison?

Die Strecke in Grasgehren ist wie prädestiniert für Ski Cross. Sie ist weder zu steil noch zu flach, man kann viel überholen und sie wird wahrscheinlich die längste Strecke im Ski-Cross-Jahr! Der Weltcup hat natürlich einen sehr großen Stellenwert für uns alle im Team. Der Weltcup wird live im ZDF übertragen und somit haben wir die Chance, auf uns aufmerksam zu machen.

Sie hatten letzte Saison kurz vor Olympia einen Auftritt bei TV Total. Wie kam es zu dieser Einladung und wie hat Ihnen der Auftritt gefallen?

Des war natürlich super, hat Riesenspaß gemacht, aber wie es dazu genau kam, kann ich nicht mal sagen.

Was beinhaltet das Training eines Skicrossers? Gibt es Parallelen zu dem Training eines Alpinen oder gibt es grundlegende Unterschiede?

Grundlegende Unterschiede gibt es nicht, würde ich sagen. Im Sommer machen wir das gleiche Konditions- und Kraftprogramm wie die Alpinen, außer dass wir vielleicht etwas mehr für den Oberkörper tun, für die Starts beim Ski Cross. Im Winter ist natürlich dann klar, dass wir auf speziellen Ski-Cross-Strecken trainieren und die Alpinen mit Stangen.

Nächste Saison gibt es neben elf Weltcuprennen natürlich auch die WM im Deer Valley. Welche Ziele haben Sie in der nächsten Saison bezüglich des Weltcups und der WM?

In den Weltcups möchte ich konstant unter die Top 8 fahren. Klar liebäugle ich mit Podestplätzen oder gar einem Sieg.
Wenn man bei der WM an den Start geht, will man natürlich auch mit einer Medaille nach Hause kommen. Die Farbe wäre mir egal! (lächelt)

LiVE-Wintersport bedankt sich für das Interview und wünscht Gesundheit und viel Erfolg für die kommende Saison.


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Simon Stickl in Aktion bei einem Ski Cross-Rennen bei Nacht (© www.blog.blizzard-ski.com)
Simon Stickl in Aktion bei einem Ski Cross-Rennen bei Nacht (© www.blog.blizzard-ski.com)


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